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Freitag, 23. Oktober 2009

Greinaebene - Rheinritt

Nachdem wir viel Zeit hier in der Region verbracht haben. Hatten Urs und ich wieder einmal das Bedürfnis eine Bergwanderung zu machen. Wir hatten uns anfang des Jahres so viele Gedanken gemacht, wo wir noch so alles hin wollten mit den Tieren und haben gemerkt, dass wir bis auf ein oder zwei Sachen nichts gemacht haben. Und ich wollte schon lange mal wieder in die Greinaebene. Das letzte mal, dass ich dort war, ist jetzt auch schon 4 oder 5 Jahre her. Und ich war damals schon sehr angetan von dieser Wanderung. Damals habe ich unterwegs gelesen, dass der Pass zur Greinaebene früher als Viehweg genutzt wurde um die Tiere vom Bündnerland ins Tessin und weiter nach Italien zu treiben. Also war ich fest davon überzeugt, dass wir das mit unseren Pferden auch machen könnten.
Am Freitag den 06.10.2009 haben wir unsere Sachen gepackt und sind um 16 Uhr Richtung Ilanz - Valendas gefahren. In Valendas gibt es eine Alterspferdepension wo wir unsere Pferde unterstellen konnten und wir haben schlafen im Stroh gemacht.
Am Samstag war allerdings das Wetter so schlecht, dass wir alles umgeplant haben und beschlossen, einen Rheinritt zu machen. Der Rhein führt im Herbst sehr wenig Wasser und so ist es möglich Strecken durch das Flussbett zu reiten. Corina hat uns mit einem Haflinger begleitet. Sie wusste wo man am besten in den Rhein einsteigen konnte und wie weit wir reiten könnten.
Bei Ronny wussten wir, dass er kein Problem mit dem Wasser haben würde, bei Mona naja, war ich mir nicht ganz so sicher. Meine Hoffnung war, dass sie einfach ihren Herdentrieb ausleben würde und sie den anderen zwei einfach folgen würde. Das tat sie auch. Und so haben wir alle drei eine kleine Runde im Rhein gedreht. Ronny hatte natürlich seinen grössten Spass daran uns alle nass zu machen und zeigte Tendenzen sich zu wälzen. Mona ging merkwürdigerweise von alleine ins Wasser, war aber auch wieder froh, wenn sie an das Ufer gehen konnte.
Auf dem Rückweg zum Stall waren unsere beiden Pferde ziemlich aufgedreht und wollten nur noch galoppieren. So ist meine liebe Mona mit Volldampf einen Hügel hochgaloppiert und hat dabei noch Ronny überholt. Oben auf, merkte ich, dass sie äusserst stolz auf sich war. Mein Pferdchen ist fit.


Ronny`s Plantschestunde


Donnerstag, 20. August 2009

Ein kleines Update

Urs und ich sind jetzt seit etwas mehr als einer Woche bei meinen Eltern. Meine Eltern haben sich natürlich sehr gefreut, dass wir so unerwartet früher bei ihnen erschienen sind. Im Moment geniessen wir alle sehr unser Zusammensein. Urs und ich sind nun häufiger Unterwegs im Münsterland und geniessen stundenlange Ausritte mit keiner Steigung ;-) und vielen schönen ausgebauten Reitwegen. Von daher hat sich der Abbruch schon "gelohnt".
Zum Thema Abbruch kann ich nur sagen, dass es uns allen gut geht. Die Gründe dafür, dass wir unsere Reise nach 2/3 der Strecke beendet haben waren vielseitig. Es kamen viele Kleinigkeiten zusammen, die die Reise erschwert hatten.
Wir hatten an unserem Ruhetag unser Zelt und andere Dinge zu meinen Eltern geschickt. Weil wir davon ausgegangen waren, dass wir nun viele Wanderreitstationen auf unserem Weg finden würden, bei denen wir gut übernachten könnten. Die Wanderreitstationen gabe es (wobei Urs und ich teilweise das Preis - Leistungsverhältnis sehr bedenklich fanden), aber wir hatten trotzdem grosse Mühe Unterkünfte zu finden. Entweder gabe es für uns Mensch keine Übernachtungsmöglichkeit (nicht mals schlafen im Stroh war möglich) oder für die Pferde nur grosse Wiesen (und diese waren nicht immer gut gepflegt). Eigentlich hätten wir für die Nacht Boxen gebraucht. Mona hat immer mehr auf Bremsen- bzw. Mückenstiche reagiert. So dass wir sie nicht auch noch Nachts dem Ungeziefer aussetzen wollten. Es reichte schon, dass sie tagsüber regelmässig von den Viechern ausgesaugt wurde. Am Montag nach dem letzten Ruhetag wollten wir weitergehen, aber Mona hatte die reinste "Buckelpiste" auf ihrem Körper und an den Fesseln hat sie sich die Stiche aufgekratzt. Grundsätzlich schien es ihr aber gut zu gehen. Die nächste Überlegung war, dass sie auch so stark auf die Stiche reagierte, weil sie Hafer zum Fressen bekam. Das gibt es wohl hinundwieder bei Pferden, dass er Hafer bestimmte Reaktionen auslösen kann. Und auf unserer Weiterreise hätten wir nicht gewusst, ob wir immer ein anderes Kraftfutter für sie bekommen hätten. Und ihr mal nichts zu geben, wäre auf die Dauer nicht sinnvoll gewesen.
Ja, und dann kamen noch meine Verletzungen von dem Sturz dazu. Schmerzen hatte ich nur am Unterarm, wenn man diesen berührte oder ich irgendwas anstiess. Unterwegs hätte ich vermutlich immer wieder schmerzenausrufe gemacht, weil Mona vermutlich mal wieder mich angestossen hätte, weil eine Stechfliege am Kopf sie störte. Mein Knie machte mir auch noch leicht zu schaffen. Vor allem nach Pausen waren die ersten Schritte immer sehr schmerzhaft.
Hinzu kam, dass der Sattel beim Reiten mit Gepäck einfach nicht zu gebrauchen kam. Urs wollte, da wir ja weniger Gepäck hatten, nun gerne reiten. Aber mit meinem Sattel war das nicht möglich. Er verrutschte ständig.
Mental waren wir ebenfalls k.o.. Die Menschen in der Pfalz haben einen speziellen Dialekt und waren kaum bereit ins Hochdeutsche zu wechseln zumindestens, wenn ich sie Ansprach. Am Ende hat Urs sie angesprochen, dann haben sie sprachlich verständlicher geantwortet. In Baden-Würtenberg wurden wir unterwegs immer wieder auf unser Vorhaben angsprochen. Das war für uns immer die Möglichkeit nach Unterkünften zu fragen, dass gab es in der Pfalz nicht mehr. Die Menschen schauten häufig sehr grimmig drein. Alles zusammen führte dazu, dass wir auch mental in eine Krise gerieten und zu dem Entschluss kamen, das Ganze abzubrechen und die Reise zu meinen Eltern anzutreten. Urs ist am Sonntag mit dem Zug nach Sisikon gefahren und hat dort unseren Jeep geholt, um dann in Schattdorf den Anhänger von einem Kollegen zu holen. Am Montag sind wir mittags abgefahren und haben nach 6 Stunden Hamm erreicht.

Freitag, 7. August 2009

Unser heutiger Ruhetag - ein ganz schöner Tag mal anders

Unser Ruhetag haben wir in Horbach verbracht. Es ist heute sehr heiss gewesen und wir sind bei einer Familie in deren Haus untergekommen. Für uns ein schönes Gefühl, das Familiengefühl voll mitleben zu können. Wir werden hier mit Essen und Getränken vom Feinsten verwöhnt. Es gab gestern Abend noch schöne Kennenlerngespräche. Axel hat zwei "dicke" Kaltblüter und Conny mehrere Isländerpferde. Beide haben ihre Schwerpunkte und es war sehr interessant ihnen zuzuhören. Heute hatten wir dann auch die Gelegenheit mit den Kutschpferden eine Kutschtour zu machen. Es sind sehr imposante Tiere, die eine enorme Kraft haben. Die zwei Pferde haben uns über Strassen und Gelände gezogen, als ob nichts gewesen wären. Und für Urs war es wohl eines der Highlights auf dieser Reise. Ihn hat das Kutschenfahren schon immer interessiert und Kaltblüter findet er ebenfalls sehr schön. Ich durfte heute mal auf so einem Tier im geführten Schritt 100 Meter reiten. Es ist sehr ungewohnt. Obwohl diese Tiere sehr friedfertig sind, spürt man die Kraft unter einem.

Dienstag, 4. August 2009

neue Erzählungen

12. Tag
Den Pferden hat der Tag Pause gut getan. Sie laufen wieder motiviert los. Mona wäre zwar noch gerne etwas länger geblieben. Sie wiehert jedem Pferd, welches sie auf dem Weg sieht hinterher. Wir wollten hinter dem Hof eigentlich wieder auf den Westweg treffen, hatten aber doch so einige Probleme diesen zu finden. Da Urs und ich manchmal unterschiedliche Lösungsstrategien haben, führte dies zu einer etwas kräftigeren Auseinandersetzung. Es herrschte danach erstma für etwas mehr als 1 Stunde Funkstille. Das tat uns allen aber auch mal gut. :-).
Auf dem Weg nach St. Märgen haben wir irgendwann mal einen etwas "durchgeknallten" Engländer getroffen. Er war seit 4 Monaten in Deutschland um Deutsch zu lerenen und dann mal in nächster Zeit einen Job hier anzufangen. Er wäre sehr offen für alles und würde auch Müll aufsammeln gehen. Wenn man ihm dieses auch entsprechend bezahlen würde. Er könnte sich auch vorstellen ein Projekt in dieser Richtung aufzubauen. Von Wirtschaftskrise schien der Mann scheinbar noch nichts gehört zu haben. Urs und ich haben uns jedenfalls köstlich amüsiert.
In St. Märgen sind wir auf einen Hof untergekommen, der ansich sehr schön war, nur hatte Urs ein grosses Problem, dass der Stall nachts abgeschlossen wurde und wir keinen Zutritt hatten. Er ist wie ein nervöser Hahn durch das Zimmer gelaufen und hat immer wieder geschimpft. Ich war zu müde um darauf reagieren zu können.
13. Tag
Der Weg nach Schwarzbachbach war ungefähr so: bergle uff - bergle ab. Wir sind durch schöne Bauerntäler gelaufen und haben es einfach genossen zu schauen. In einem kleinen Ort wurden wir von 3 Kindern entdeckt, die uns eine zeitlang mit dem Fahrrad begleiteten. Das eine Mädchen meinte, sie könnte schon mit uns mitfahren. Da Samstag sei bräuchten sie erst um 21 Uhr ins Bett. Es war gerade 13.30 Uhr. Und sie sind uns Gottseidank nicht so weit gefolgt. Sonst hätte ich das Gefühl gehabt ich wäre der Rattenfänger von Hameln (im übertragenden Sinne)
14. Tag
Heute haben wir unterwegs sehr viele Senioren getroffen. Urs hat ihnen immer wieder die gleiche Geschichte von unserer Hochzeitsreise erzählt. Sie hatten immer wieder die grösste Freude an dieser Geschichte und haben uns immer alles Gute gewünscht. Mich hat es ja irgendwann mal etwas genervt, weil wir nicht wirklich vorwärts kamen.
Heute viel mir mal wieder auf, dass es im Schwarzwald sehr viele Heidelbeersträucher mit reifen Früchten und Himbeersträucher gab. Und keiner hat sie geflückt.
Wir hatten an diesem Tag das erste mal eine heikle Stelle die wir überwinden mussten. Ein dicker Baumstamm hat an einem steilen Abhang den Weg versperrt. Mit etwas sägen und geschicktes drumherum manöverieren haben wir es geschafft, dass wir weiterlaufen konnten. Die Pferde haben es ganz cool genommen.
15. Tag
Die letzte Nacht haben wir auf einem Pferdehof übernachtet. Uns Menschen hat es sehr gut gefallen. Die Tiere konnten auf einem begrasten Padock übernachten. Sie waren nicht so begeistert. Dementsprechend haben sie auch gewütet. Den Heuballen haben sie dermassen auseinandergenommen, dass er überall verteilt war und überall waren Pferdeäpfel drauf verteilt. Die Sträucher rundherum haben sie auch traktiert. Ich habe mich ja ein kleinwenig geschämt. Der Weg ansich war heute anstrengend wir mussten ca. 3/4 Std. bergauf bei enormer Hitze und prallen Sonnenschein laufen. Dank morgendlicher Müsliration haben die Pferde die Strecke recht spritzig gemeistert. Bis wir einen Brunnen erreichten, den sie ziemlich leergesoffen haben, so dass es eine viertel Stunde dauerte bis dieser wieder voll war.
16. Tag
Es war heute ein frustrierender TAg. Es ging einfach nicht vorwärts. Zwischenziel war das Hotel Alexanderschanze. Aber irgendwie kam die einfach nicht näher. Um 10 Uhr sind wir losgegangen und um 17 Uhr waren wir dann mal da. Angeblich sollte die Strecke nur 17.5 km lang sein. Als wir an dieser dämlichen Alexanderschanze angekommen sind, mussten wir feststellen, dass dieses Hotel so etwas von heruntergekommen und verfallen war, dass beschlossen weiter zu gehen. Nur leider gab es auf den nächsten 15 km keine weitere Übernachtungsgelegenheit mit zwei Pferden. Auf der Passhöhe Zuflucht stand zwar eine riesige Jugendherberge - aber geschlossen. Weiter wollten wir nicht mehr - es war zwischenzeitlich schon 19 Uhr. Also haben wir beschlossen, wild zu campieren. Die Pferde wurden zwischen Bäumen eingezäunt und wir haben unser Zelt an einer wunderschönen geschützen Stelle aufgebaut. Zwei Hobbymodelflieger haben Urs schnell zum nächsten Brunnen gefahren, damit wir und die Pferde Wasser hatten.
17. Tag
Wir sind an diesem Morgen früh fertig geworden und konnten zügig loslaufen. Diesmal ging es gut voran. die ersten 12 km haben wir in etwas weniger als 3 Stunden geschafft. Dann gab es für uns alle erstmal eine einstündige Mittagspause. Danach ging es frohen Gemütes auf einem Höhenweg mit wunderschönen Aussichtspunkten bis zum Mummelsee weiter. Von dort sind wir herunter auf Seebach und haben dort eine schöne Unterkunft auf einem Ferienhof gefunden. Wir haben einen sehr lustigen Abend mit anderen Feriengästen verbracht.
18. Tag
Wir kommen erst sehr spät vom Gasthof weg. Mona hat ein wundes Ohr. Ich beobachte es den TAg über und stelle fest, dass es ihr etwas zu schaffen macht. Sie schüttel viel den Kopf und lässt sich von mir dankend hinter dem Ohr rubbeln. Unterwegs sind wir mal wieder im Lidl einkaufen gegangen. Es hat sich so ergeben, dass dies unser Stammladen geworden ist. Sie haben grosse Parkplätze an denen man gut die Pferde anbinden kann. Wir haben irgendwann mal den Tipp bekommen, dass es in Achern einen Reitverein gibt, bei dem man die Pferde für eine Nacht unterstellen könnte. Dort sind wir hingelaufen. Wir wurden auch freundlich empfangen und man stellte uns eine Wiese zu Verfügung obwohl ich nach Boxen gefragt hatte. Die Wiese war ziemlich abgefressen und von den dämlichen Kribbelmücken wimmelte es nur so. Ich bin nochmal zu der entsprechenden Person gegangen und habe gesagt, dass ich meine Pferde nicht auf diese Wiese stelle, die werden nur verstochen. Daraufhin durften Urs und ich zwei Boxen in einem kleinen Verschlag ausräumen und einstreuen. Ronny fand seine Box nicht so übel - Mona wirkte mit ihrem "Schlappohr" etwas unglücklich. Urs und ich konnten in einem schon aufgestellten Feldzelt übernachten. Grundsätzlich haben Urs und ich uns nicht wohlgefühlt dort. Es wirkte alles so elitär und keiner wollte sich wirklich mit uns unterhalten. An den Boxen der anderen Pferde stand immer wieder "vorsichtig bissig" oder "es ist verboten hier ein anderes Pferd anzubinden".
19. Tag
Am morgen haben wir nochmals Mona ihr Ohr inspiziert und mussten sagen, dass es nicht gut aussah. Wir haben einen Tierarzt kommen lassen. Dieser war sehr freundlich und hat uns eine Salbe und einen Mückenstick dagelassen und gleichzeitig unsere nächste Übernachtungsmöglichkeit vorgeschlagen. Und am Ende unsere Pferde gelobt, dass sie so Nervenstark seien. Sie haben sich nämlich nicht gerührt, als Bundeswehrangehörige ein weiteres Feldzelt direkt neben ihnen aufgebaut haben.
Der Weg führte uns heute über viele Feldwege im Zickzack nach Rheinhausen. Dort haben wir Menschen getroffen, die gerade Haflinger von der Weide geholt haben und uns spontan angeboten haben bei ihnen zu übernachten. Wir haben das Angebot angenommen.Als wir so von unseren heutigen Problemen berichtet haben, haben wir spontan zwei Ohrenkappen (wir nennen sie Zipfelmützen) für die Pferde bekommen. Die Pferde sind sehr gut verpflegt worden. Man hat sogar die Plastiklamellen von der Boxentür entfernt, damit die Tiere aus der Box schauen können.
20. Tag
Unsere Pferde waren morgens friedlich und erholt. Das Wetter war schon am morgen schön und heiss. Und es sollte im Verlaufe des TAges ca. 32 Grad warm werden. Wir haben uns auf den Weg zum Rhein gemacht und wurden in Greffern spontan von einem Ehepaar zu einem Getränk eingeladen. Die Pferde haben aus Nachbarsgarten jeder einen Apfel bekommen. (Aussage der Frau: "Ingried ist gerade in den Ferien - da hängen die Äpfel eh nur so herum.") Danach ging es dann endlich auf den Rheindamm - 15km lang. Es war brütend heiss. Die Pferde wollten aber kein Wasser aus dem Rhein trinken. Er war ihnen wohl zu dreckig. Irgendwann kamen wir in Iffezheim an der Staustufe an. Urs und ich mussten Lagebesprechung machen. Mona ging es körperlich nicht so gut. Sie bekam schwer Luft. Wir entschlossen uns nach einigen Überlegungen zur Tierklinik Iffezheim zu gehen. Dort wollten wir die Nacht vorher schon übernachten und sie wurde uns vom Tierarzt empfohlen. Mona ging es zwischenzeitlich wieder sehr gut. Und in der Tierklinik haben sie zwei noble Boxen bekommen und wurden gut verpflegt. Der Futtermeister dort hat uns dann nochmals unterstützt den Pferden ruhig am Tag 2 kg Hafer oder Kraftfutter zu geben. Wir selber durften uns noch die Pferdeklinik und deren Patienten anschauen. Es war sehr interessant. Und obwohl es traurige Umstände waren, dass die verletzten Pferde dort stehen, war es eine ganz friedliche Stimmung dort.
21. Tag
Das Wetter war an dem Tag regnerisch und frisch. Eine wahre Wohltat im Vergleich zum Vortag. Beim Putzen im Stall konnten Urs und ich Radio hören. Wir haben es extrem genossen. Nach 45 Min. laufen haben wir die französische Grenze überschritten und sind erstmal prompt auf den falschen DAmm gelaufen, so dass wir nach 2,5 km in eine Sackgasse gelaufen sind und alles wieder zurück mussten. Ich war verrückt auf alle Angler an denen wir vorbei gelaufen sind und die uns nicht gesagt haben, dass es eine Sackgasse ist. Auf dem richtigen Weg angekommen konnten wir zügig vorangehen. Unterwegs haben wir zwei ältere Herren getroffen, die ganz begeistert von unserer Reise waren und uns spontan zu einem Mittagessen eingeladen haben.
22. Tag
Der Übernachtungshof der letzten Nacht war vom Preisleistungsverhältnis her eine Katastrophe. Aber gut man bleibt ja nur eine Nacht. Der Hof selber war das reinste Chaos. Und das mit 200 Pferden. Ich weiss nicht was ich davon halten sollte.
Der Weg war heute sehr langweilig eigentlich immer nur gerade aus Richtung norden. Die Landschaft hat sich gerade mal zwei mal verändert. Erst war alles von Agrarwirtschaft gekennzeichnet und danach sind wir 7,5 km einfach nur gerade durch einen Wald gelaufen und danach sind wir durch Dörfer gelaufen. Die einzige regelmässige Abwechslung waren nur die saublöden Bremen und Mücken.
Wir haben unterwegs noch eine Familie getroffen, die ebenfalls vor mehreren Jahren einen Hochzeitswanderritt an den Bodensee gemacht hat. Sie haben sich mittlerweile einen kleinen Stall mit Halle, Boxen, Wiesen und eigenem Haus und natürlich mehreren Pferden aufgebaut. Es war ein schöner Stall.
23. Tag.
Heute ist Ruhetag in Oberottenbach und in Bad Bergzabern.

Donnerstag, 23. Juli 2009

kleine und grössere Erlebnisse

Ich führe Tagebuch. Sonst wäre ich nicht in der Lage, alle Erinnerungen zu speichern. Wir erleben so vieles Aufregendes und Spektakuläres, dass zusammen mit der Anstrengung des Reitens bzw. des Laufens es mir nicht möglich ist alles zu behalten.
Ich gebe euch nun für jeden einzelnen Tag eine kleine Zusammenfassung.
1. Tag
In Schattdorf sind wir recht spät gestartet. Wir haben noch die Boxen gereinigt und die letzten Kleinigkeiten aufgeräumt. Um 11.10 Uhr sind wir Richtung Axenstrasse gelaufen. Das Urner Wochenblatt hat noch ein Interview mit uns gemacht und Fotos gab es natürlich auch noch. Die Axenstrasse klappte mit den Pferden erstaunlich gut. Ab Sisikon verbesserte sich das Wetter so sehr, dass wir besonders die Pferde mit den doofen Bremen zu kämpfen hatten. Die Hitze setzte uns enorm zu. So das wir erschöpft bei einem Bauern ankamen und dort auf der Wiese unser Zelt aufschlagen konnten. Den Pferden mussten wir die Regendecken auflegen, da die Bremen sie weiterhin gestochen haben und sie ganz wild die Wiese rauf und runter getrabt sind. Danach ging es deutlich besser. In der Nacht setzte der Fön ein und wir hatten einen letztes typisches Urner Abschiedsgeschenk.
2.Tag
Ich hatte am nächsten Morgen mit meinem Magen und mit Müdigkeit zu kämpfen. Vermutlich einen leichten Sonnenstich vom Vortag. Wir waren schon früh fertig, haben aber noch eine grössere Gewitterfront, die von Brunnen her aufkam abgewartet und sind dann nach 1 1/2 Stunden losgelaufen. Das Wetter war bis zum Mittag angenehm. Danach setzte sich die Sonne durch und wir hatten wieder die Bremen am Hals. Mittlerweile haben wir festgestellt, dass Antibrum aus der Apotheke bei Mensch und Tier ware Wunder bewirkt. Zwischen Brunnen und Schwyz ist Ronny sein Wanderhalfter kaputt gegangen, da Ronny sich immer überall kratzen wollte. In Schwyz bei der Schaukäserei war eine Frau so nett und hat uns ein gebrauchtes Halfter geschenkt. Wir waren sehr dankbar dafür. In Lauerz kamen wir in einem Rinderstall unter. Wir Menschen haben quasi neben den Pferden geschlafen, was ich am nächsten Morgen sehr deutlich zu spüren bekam. Als der Wecker um 4.30 Uhr schellte hat Ronny sich über das Gatter gebeugt und an meinem Schlafsack gezerrt. So das ich aufstehen musste. Ein Schlingel sage ich dazu.
3.Tag
Morgens sind wir früh gestartet und in eine Regenfront gelaufen. Bis Arth sind wir trocken angekommen und konnten uns dann in einer manuellen Autowaschanlage unterstellen. Dort haben wir ca. 1 1/2 Std. gewartet. Eine Frau hat uns dort gesehen und ist mit uns ins Gespräch gekommen. Als sie abfuhr kam sie nach 20 Min. wieder und hat uns eine Tüte mit Mailänderguetzlis als Reisegeschenk gebracht. Das fanden wir sehr rührend. Zwischen Risch und Rotkreuz hatten wir dann noch ein mittleres Eseldrama. Wir sind ländlich unterwegs gewesen und wurden an einem Bauerhof von einer grossen Eselsherde überrascht. Ronny hat das völlig aus der Fassung gebracht. Er hat totale Panik gehabt und wollte durchbrennen. Urs konnte ihn aber gottseidank halten und beruhigen.Seine Hufschuhe haben bei dieser Aktion etwas gelitten. Mona fand das Ganze nur halb so interessant. Sie hat die Gelegenheit genutzt erstmal Gras zu fressen. Wie sie eben so ist. In Rotkreuz sind wir auf einem Reitsportanlage unterkommen. Wir wurden dort sehr herzlich aufgenommen. Die Pferde hatten jeder seine eigene Box mit Stroh und Heu.
4. Tag
Heute hatten wir mal keine Probleme mit den Hufschuhen. Sie sind die letzten Tage immer mal wieder verrutscht. Wir sind an dem heutigen Tag durch den Aargau gelaufen und mehrheitlich dem Freiämterweg gelaufen. Es war wunderschön. Die Bremen haben uns natürlich weiterhin das Leben schwer gemacht. Im Oberschongau war kein Platz mehr im Stroh, so sind wir wieder im Rinderstall untergekommen. Diesmal hatten wir wieder die Gelegenheit die Dusche zu benutzen und unsere Wäsche von Hand zu waschen. Die Pferde konnten am Abend nochmals für 1 1/2 Std. auf die Wiese.
5. Tag
Dieser Tag war bisher unser speziellster Tag auf dieser Reise. Wir sind morgens bei strömendem Regen gestartet. Die Pferde sind trotzdem gut mitgelaufen. Zwischendurch gab es wie immer eine längere Pause in der die Pferde grasen durften und dann ging es weiter Richtung Hilfikon - Villmergen gelaufen. Gegen 13. Uhr haben wir wieder eine längere Mittagspause gemacht. Die Pferde konnten auf einer grossen Waldkreuzung grasen. Sie sind sehr gierig und suchen überall den Rand ab. Dabei entfernen sie sich von uns. Irgendwann will ich sie wieder zurückholen. Da hatte aber Ronny keine Lust drauf und ist losgelaufen. Je schneller ich lief, desto schneller wurde er und plötzlich waren beide Pferde im Trab und Urs und ich sind hinterher. Irgendwann mussten wir sagen, dass geht nicht mehr gut. Wir haben sie aus den Augen verloren. Also haben wir uns kurz besprochen. Urs folgte den Hufschuhspuren und ich bin zurück an die Waldkreuzung und habe Regencape unter die Bank versteckt und mein Handy geholt und die Kantonspolizei angerufen. Urs hat mir in der Zwischenzeit angerufen und mir mitgeteilt, dass die Pferde Richtung Hilfikon zurücklaufen und das er vermutet, dass sie wieder auf eine der Wiesen sein werden. Wir wollten uns dort treffen. Also habe ich dies der Kantonspolizei gesagt und bin zu der Wiese gelaufen. Aaber leider waren sie da nicht. Danach habe ich die Info von Urs erhalten, dass sie auf der anderen Seite des Hügels am Wasserreservoir in Seengen am grasen seien. Sie wurden dort von einem Bauern gesichtet. Also habe ich mich auf dem Weg dorthin gemacht. Zwischenzeitlich habe ich die Pfeile gesehen, die Urs für mich gemacht hat, damit ich wusste wo er hin gelaufen ist. Auf den Weg nach Seengen kam mir dann eine Streifenwagen entgegen, der mich zum Wasserreservoir mitgenommen hatte. Urs und ich hatten danach genug vom Wandern und sind dann ganz herzlich von Familie Kunz auf einem Bauernhof aufgenommen wurden. Wir haben dort im Stroh geschlafen und die Pferde konnten im Rinderstall ausruhen.
6. Tag
Der Tag war am morgen noch verregnet. Aber ab Mittag wurde das Wetter gut. Und es gab eigentlich nicht besonderes. Bei Möriken mussten wir auf dem Bürgersteig laufen und sind an einem Vorgarten mit einem Messingsteinbock vorbeigelaufen. Ronny hat sich wieder einmal erschrocken und hat einen riesen grossen Sprung auf die Hauptstrasse gemacht. Und wiedereinmal seine hinteren Hufschuhe im hohen Bogen verloren. Wir sind gespannt wie lange sie noch halten. Bei Au sind wir wieder bei einem Bauern untergekommen, der zwei Pferdeboxen hatte. Abends konnten die Pferde auf eine riesige Weide. Mona hat es fertig gebracht sich ihr Halfter vom Kopf zu ziehen, ohne dass es geöffnet war. Ich musste es leider suchen. Habe es aber schnell gefunden. Abends wollten wir in dem kleinen Ort etwas essen gehen. Und sind dann aber statt in einem Restaurant in einem Alterspflegehotel und wurden dort spontan zu überbackenen Käsebrötchen eingeladen. Als Gegenleistung haben wir den Senioren dort unsere Geschichte erzählt und uns einfach mit ihnen unterhalten. Es war ein schöner Abend. Urs und ich haben über den Pferden im Stroh geschlafen.
7. Tag
Mona lief anfangs nicht schön. Sie blieb immer wieder stehen. Bis Urs dann die Idee kam, dass er am Morgen vielleicht den Sattel zu fest angegurtet haben könnte. Wir haben ihn gelockert und siehe da, das Pferdchen lief wieder wie am Schnürrchen. Der Weg verlief lange Zeit am Fricktaler Höhenweg. Der Weg ist sehr zu empfehlen und angenehm zu laufen. Bei den Sennhütten haben wir eingekehrt und wurden mit heimischen Spezialitäten verwöhnt. Den Pferden haben wir etwas Haferflocken gegeben. In Laufenburg sind wir bei einem Bauern untergekommen, der Freiberger züchtet. Unsere Pferde haben die Nacht zwischen zwei Hengsten und einem Jährling verbracht. Die Hengste sind völlig aufgeregt über ihre neuen Nachbarn gewesen und kamen lange Zeit nicht mehr zur Ruhe. Unsere zwei Pferde hat das nicht sonderlich interessiert. Sie waren mehr mit Heu und Stroh fressen beschäftigt. Nichtmals Ronny hat gegiftet. Wir waren stolz auf die zwei.
8. Tag
Heute morgen ging es über die Grenze. Das war eine Aufrgegung. Die Zollbeamten hatten nicht wirklich viel Ahnung und meinten es bräuchte andere Papier als nur das Gesundheitszeugnis vom Kantonstierarzt und man müsse Export- und / oder Importgebüren bezahlen. Ich habe das Ganze immer wieder verneint. Der Zollbeamte hat aber netterweise herumtelefoniert und dann meine Aussagen bestätigt. Danach musste ich noch zum schweizer Zoll und mir einen Freipass holen. Wofür der auch immer noch sein soll. Es war mir auch ziemlich egal. Übrigens nach Urs seinem und meinem Ausweis hat keiner gefragt. Danach ging es dann weiter nach Herrischried. Auf dem ganzen Weg dorthin haben wir keinen richtigen bewirtschafteten Bauernhof gesehen. Wir hatten schon leichte Panik. Wo sollten wir unterkommen. Irgendwann in Herrischried hat Mona keinen weiteren Schritt gemacht. Keine Chance mehr. Per Zufall standen wir da vor dem Eingang eines "senioren Campingplatzes". Urs und ich haben ihn erst gar nicht als solchen erkannt. Wir wurden aber dort auch sehr herzlich aufgenommen und haben von der Pächterin sehr viel Hilfe erfahren. Sie hat mich durch das Dorf gefahren nur damit ich einen Ballen Heu für unsere Pferde bekommen konnte. Urs und ich waren sehr dankbar. Die Pferde durften auf einer Wiese welche wir eingezäunt hatten übernachten. Urs und ich haben im Zelt genächtigt.
9. Tag
Das war bis jetzt unser anstrengenster Tag. Der Weg war lang und der letzte Abschnitt zur Hütte hatten wir nochmals auf 4 km 400 Höhenmeter zu überwinden. Morgens sind wir um 9.45 Uhr gestartet und angekommen sind wir um 19 Uhr. Den ganzen Weg über sind wir durch den Schwarzwald gelaufen. Es war wunderschön. Die Wege sind breit und die Wanderwegbeschilderung ist übersichtlich. Wir kommen gut mit einer grossen Wanderkarte aus. Es reicht, wenn man die nächsten Orte weiss. In der Hütte hatten wir ein Doppelzimmer für uns. Das erstemal seit neun Tagen wieder eine Matratze unter dem Rücken. Es tat unendlich gut. Die Pferde konnten auf einer riesigen Koppel übernachten. Das Gras wurde dankbar angenommen.
10. Tag
In der Nacht hat es stark gewindet und als wir die Pferde von der Wiese geholt haben wirkten sie müde. Beim Putzen haben sie gedöst und als wir loslaufen wollten sind sie ständig stehen geblieben. Da Ronny die letzen Tage sehr gleichmässig gelaufen ist und seinen Laufrhythmus gefunden hat, haben wir aus dem Verhalten geschlossen, dass die Pferde müde sind und einen Tag Pause brauchen. Wir hatten geplant, am Titisee einen Tag Pause zu machen. An diesem Tag haben wir sehr viele Wanderer getroffen. Wir wurden immer wieder auf unser Vorhaben angesprochen und alle haben uns bewundert und uns viel Erfolg gewünscht. Es war ebenfalls ein langer Tag mit vielen Pausen. Auf dem letzten Abschnitt haben wir viele schöne Schwarzwälder Füchse (Pferderasse) gesehen. Mona ist bei deren Anblick völlig irritiert gewesen. Sie hat die letzte Stunde unserer Wanderung ständig gewiehert und wollte immer wieder zu diesen Pferden hin.
Auf dem Weberhof habe sie jeder eine wunderschöne Boxe mit Fenster bekommen. Ronny hat etwas gefressen und hat danach sofort eine entspannte Stellung eingenommen und gedöst. Mona hat als Entspannung erstmal die halbe Boxe vom Stoh leer gefressen und dann das Heu vertilgt. Es sollte eigentlich 12 Std. reichen. Mona hat es in 3 Stunden verputzt. Sie wirkte jedenfalls zufrieden. Urs und ich sind abends in einem Restaurant essen gegangen. (Diesmal war es kein Altenpensionshotel) und haben dort Rindersteak gegessen. Wir hatten beide richtig hunger auf Fleisch. Urs sein T-Bone-Steak wog 450 gr. Es war ein riesen Teil auf seinem Teller. Urs hat jedenfalls seins und einen Teil von meinem noch gegessen. (hat gewisse Ähnlichkeiten mit Mona, oder? :-) )
12. Tag
Heute ist für Pferd und Reiter Ruhetag. Die Pferde geniessen die Weide und Urs und ich sind am Titisee und geniessen es nichts zu tun und einfach zu sein.











Grundsätzlich geht es uns allen gut. Wir geniessen diese Art des Reisens sehr.

Unsere Tagesetappen

1. Tag Schattdorf - Bauer Melk kurz vor Morschach
2. Tag Morschach - Lauerz Bauer bei Restaurant Waage
3. Tag Lauerz - Rotkreuz Reitsportzentrum Reding
4. Tag Rotkreuz - Oberschongau Schlafen im Stroh
5. Tag Oberschongau - Seengen Fam. Kunz Bauernhof
6. Tag Seengen - Au bei Wildegg Bauernhof
7. Tag Au bei Wildegg - Laufenburg (CH) Bauernhof
8. Tag Laufenburg (CH) - Herrischried (D) Campingplatz
9. Tag Herrischried - Krunkelbachhütte (1294m)
10. Tag Krunkelbachhütte - Weberhof am Titisee
11. Tag Titisee - Titisee

Montag, 13. Juli 2009

Es ist so weit!

Es ist morgens 6.15 Uhr. Wir sind noch zu Hause haben geduscht, gepackt (die Packtaschen stehen zumindestens gefüllt im Wohnzimmer) und die letzten Überlegungen ob wir noch dieses und jenes mitnehmen werden sich gegenseitig gestellt. Unter anderem Urs:" nimmst du deinen Ehering mit?" Corinne: "Häh, ist das nicht unsere Hochzeitsreise". Urs: "Hmhm stimmt." Was soll mir das jetzt sagen?! :-).....

Ab jetzt weiss ich nicht wann es den nächsten Blog gibt. Erster Übernachtungsort ist Brunnen.