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Sonntag, 25. Juli 2010

Der Traum des Säumens

Urs hat heute morgen Ronny und Mona gesattelt und Mona gleich noch beladen mit diversem Altholz.
Mona hat es scheinbar sehr bravorös gemeistert und hat keinen Aufstand gemacht, als Urs mit dem Material kam und es ihr auf dem Rücken gebunden hat. Auch unterwegs war sie scheinbar ein Lamm. Jetzt muss sie nur noch den Bastsattel akzeptieren. Dann wären Mona und Urs einen grossen Schritt weiter. Übung macht den Meister....

Auch Katzen mögen Pferde

Eine Katze verschmäht bei Schmuddelwetter sicher nicht einen schönen breiten, warmen Pferderücken. Und Mona hat auch ausgesprochen still gehalten.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Witnerthema / Tennungstraining

Urs und ich haben uns für diesen Winter wieder einmal das Thema Trennung< gesetzt. Häufig gehen wir kurze Strecken getrennt. Oder schauen, dass die Pferde mal für eine Zeit lang keinen Blickkontakt zu einander haben. Ronny kann beim Ausreiten damit besser umgehen als Mona. Mona dreht und windet sich so, dass wenn ich nicht aufpasse sie sofort hinter Ronny her läuft. Aber je öfter wir es versuchen, desto besser klappt es.
Anders verhält es sich, wenn wir eines der Pferde am Stall zurücklassen und der andere für längere Zeit "verschwindet". Wenn Ronny weg ist, wird Mona extrem anhänglich und läuft hinter Urs oder mir wie ein kleines Lamm hinterher. Und sucht in der Zeit immer wieder Körperkontakt zu uns. So als ob wir sie trösten und schützen müssten. Ronny ist in dieser Zeit dann viel aufmerksamer und konzentrierter bei der Arbeit. Wir machten den Versuch vor drei Wochen, als Ronny seine Reitbeteiligung in den Reitunterricht ging und Urs bei Mona blieb.
Lassen wir aber Ronny am Stell, dreht der schier durch. Nach zwanzig Minuten ist das Tier nassgeschwitzt und lässt sich kaum beruhigen. Er wiehert durchgängig. Mona ist in dieser Zeit auch nicht viel besser. Konzentration - was ist das? Achtung und Respekt vor mir als Mensch - kenne ich nicht! Aber wir sind am üben. :-)

Der Winter ist da (fast)

Die Winterzeit, ist, naja, wie soll ich sagen, für mich als Reiter nicht immer ganz einfach. Zum einen mag ich die Kälte nicht so gern. Und wenn man bzw. frau etwas mit grossen Vierbeinern zu tun hat, kommt man / frau kaum darumherum sich ins Freie zu bewegen und zu frieren. Ja ich weiss, nun werden die meisten sagen, >dann zieh dich wäremer an> mache ich ja schon immer aber irgendwo an meinem Körper gibt es immer eine Stelle die nicht warm angezogen ist. Aber naja, da muss ich halt durch. Als nächstes kommt dann im Moment der Regen. Für den kann ich mich schon gar nicht begeistern; übrigens mein Pferd auch nicht. Und Ausritte bei kalten Temperaturen und Regen führen bei mir unweigerlich zu einer schlechten Laune. Der einzige der sich an jeden Ausritt bei jedem !!! Wetter erfreuen kann ist Urs. Aber der hat auch eine innere Heizung und schwitzt schon beim nichts tun :-).
Wenn es für mich möglich ist, drücke ich mich im Moment vor jeden Ausritt. :-) Urs geht dafür umso mehr raus. Er nimmt dann beide Pferde mit. Letzte Woche hat er einen Ausritt zur Post in Beinwil / Freiamt gemacht. Er musste ein Paket abholen und hat in der Zwischenzeit die Pferde vor der Post an zwei Hundeanbindestellen festgebunden. Unsere Pferde fanden es scheinbar interessant und einige Dorfbewohner haben wohl den Mund nicht mehr zu bekommen.
Apropros Winter: Ronny hat ein extremes Winterfell entwickelt. Obwohl der November ja eigentlich nicht so kalt war (ausser für mich) und es bei uns nicht ein einziges mal Bodenfrost gegeben hat. Wir staunen nur wie dicht und lang sein Fell ist. Mona dagegen hat keine dicke Wolle an ihrem Körper. Sie scheint sich wirklich den Temperaturen anzupassen.

Sonntag, 15. November 2009

Wollschweine?

Unsere Pferde geniessen die Winterweide. Und dementsprechend machen sie das volle Wellness-programm, welches die Wiese hergiebt. Ronny ist ein richtiger Wellness-Freak. :-) Und wir?! - wir machen dann das Aufwärm- und Muskelaufbauprogramm für die Menschen. Putzen, Putzen, gibt Muckis in den Armen. :-)

Hier ein Beweissfotos von Ronny:

Freitag, 23. Oktober 2009

Greinaebene

Der Sonntagmorgen war alles andere als schön. In der Nacht zum Sonntag hat es reichlich geregnet und der Morgen war dementsprechend vernebelt. Wir haben hinundher überlegt, ob wir die Wanderung wagen sollten. Schlussendlich haben wir uns auf den Wetterbericht verlassen, der sagte deutlich besseres Wetter im Verlaufe des morgens und gegen Abend wieder einsetztender Regen.
Wir haben uns also gewagt und haben es nicht bereut.
Mit dem Anhänger sind wir bis nach Vrin und ein Stück weiter. Dort habe wir die Tiere ausgeladen und sind bei dickem Nebel den Pass Disrut gelaufen. Die Pferde wie auch wir Menschen haben recht schnell geschwitzt. Aber Urs und ich hatten das Gefühl, dass Mona und Ronny freude am Berglaufen hatten. Die ersten 45 Minuten haben wir gebraucht um unser Schritttempo zu finden und ab dann ging es ausgesprochen gut voran. Es gab zwei heikle Stellen. Die eine war eine Bachüberquerung, die sehr glitschig war und Mona prompt so ins Rutschen kam, dass zum einen mit ihrem Hinterteil im Wasser landete und gleichzeitig vorne ihre Vorderhufe als Anker eingesetzt hat. Es sah sehr spektakulär aus. Und für mich war es nur wieder eine Erinnerung daran, dass Pferde durchaus, klettern können und sich in prikären Situationen durchaus zu helfen wissen. Das Ganze ging nur wenige Sekunden und dann stand Mona auch wieder auf allen Vieren. Urs war geschockt und war sich nicht sicher, ob wir weitergehen sollten. Ich fand das alles nicht ganz so schlimm und wollte weiterlaufen. Mona wirkte ruhig und gelöst und hatte die Ohren vorne. Für sie war alles in Ordnung. Nach dieser Bachüberquerung wurde es noch etwas steiler und felsiger. Die Steine waren häufig lose und der Boden weich. Auch hier war Urs sich unsicher, ob es richtig sei, weiterzulaufen. Ich wollte weiterlaufen. Die Pferde hatten ihr Tempo gefunden und haben ihre Hufe vorsichtig abgesetzt und sind kaum ins Rutschen gekommen. Die Sicht wurde auch immer besser. Auf der Passhöhe angekommen, war der Nebel verschwunden und machte die Sicht auf die Greinaebene frei. Ab dort waren wir alle zufrieden und glücklich darüber, dass wir die Wanderung gemacht haben. Nach einer 30minütigen Pause sind wir den gleichen Weg wieder zurück gelaufen. Hier zeigte sich, dass Ronny noch etwas Schwierigkeiten damit hat, sein Gewicht beim bergab laufen auf die Hinterhand zu nehmen. Dadurch dass er dies zu wenig gemacht hat, ist er förmlich den Berg runtergerannt. Es sah teilweise sehr lustig aus.
Nach ca. 5 Stunden sind wir wieder am Anhänger angekommen und sind zufrieden und glücklich nach Hause gefahren.
Am Montag hatten wir das Gefühl, dass unsere Pferdchen etwas k.o. waren und vielleicht auch Muskelkater hatten. Sie sind bei unserem Abendausritt ganz brav gelaufen und wollten auf unseren Galoppstrecken nicht wirklich galoppieren. :-)



Greinaebene - Rheinritt

Nachdem wir viel Zeit hier in der Region verbracht haben. Hatten Urs und ich wieder einmal das Bedürfnis eine Bergwanderung zu machen. Wir hatten uns anfang des Jahres so viele Gedanken gemacht, wo wir noch so alles hin wollten mit den Tieren und haben gemerkt, dass wir bis auf ein oder zwei Sachen nichts gemacht haben. Und ich wollte schon lange mal wieder in die Greinaebene. Das letzte mal, dass ich dort war, ist jetzt auch schon 4 oder 5 Jahre her. Und ich war damals schon sehr angetan von dieser Wanderung. Damals habe ich unterwegs gelesen, dass der Pass zur Greinaebene früher als Viehweg genutzt wurde um die Tiere vom Bündnerland ins Tessin und weiter nach Italien zu treiben. Also war ich fest davon überzeugt, dass wir das mit unseren Pferden auch machen könnten.
Am Freitag den 06.10.2009 haben wir unsere Sachen gepackt und sind um 16 Uhr Richtung Ilanz - Valendas gefahren. In Valendas gibt es eine Alterspferdepension wo wir unsere Pferde unterstellen konnten und wir haben schlafen im Stroh gemacht.
Am Samstag war allerdings das Wetter so schlecht, dass wir alles umgeplant haben und beschlossen, einen Rheinritt zu machen. Der Rhein führt im Herbst sehr wenig Wasser und so ist es möglich Strecken durch das Flussbett zu reiten. Corina hat uns mit einem Haflinger begleitet. Sie wusste wo man am besten in den Rhein einsteigen konnte und wie weit wir reiten könnten.
Bei Ronny wussten wir, dass er kein Problem mit dem Wasser haben würde, bei Mona naja, war ich mir nicht ganz so sicher. Meine Hoffnung war, dass sie einfach ihren Herdentrieb ausleben würde und sie den anderen zwei einfach folgen würde. Das tat sie auch. Und so haben wir alle drei eine kleine Runde im Rhein gedreht. Ronny hatte natürlich seinen grössten Spass daran uns alle nass zu machen und zeigte Tendenzen sich zu wälzen. Mona ging merkwürdigerweise von alleine ins Wasser, war aber auch wieder froh, wenn sie an das Ufer gehen konnte.
Auf dem Rückweg zum Stall waren unsere beiden Pferde ziemlich aufgedreht und wollten nur noch galoppieren. So ist meine liebe Mona mit Volldampf einen Hügel hochgaloppiert und hat dabei noch Ronny überholt. Oben auf, merkte ich, dass sie äusserst stolz auf sich war. Mein Pferdchen ist fit.


Ronny`s Plantschestunde


Lang, lang ist`s her

Ich sehe ich bin schon lange nicht mehr auf dem Blog gewesen. Und es hat auch nicht wirklich viel zu berichten gegeben.

Die Heimfahrt von Hamm nach Geltwil ging gut vorwärts. Wir waren 10 Stunden unterwegs und haben mehrere kurze Pausen gemacht. Ich weiss noch, dass ich anfangs recht nervös war, wegen der Pferde. Es war ein sehr warmer Tag und wir waren uns nicht ganz so einig, ob wir die Tiere die ganze Zeit über im Anhänger lassen sollten oder ob wir sie auch mal rauslassen sollten. Schlussendlich haben wir Mona und Ronny im Anhänger gelassen und ihnen immer wieder etwas zu trinken und zu fressen (Wasser und Heu) angeboten. Mona hat das Wasser dankend angenommen. Ronny wollte kaum etwas trinken. Aber wir hatten immer das Gefühl, dass es ihnen gut ging. Vielleicht haben sie einfach gedacht, so müssen wir wenigstens nicht die ganze Strecke wieder zurücklaufen. Um 18.30 Uhr waren wir dann in Geltwil. Die letzte Stunde abseits der Autobahn war dann doch für die Pferde unangenehmer. Sie haben beide geschwitzt. Naja, in Geltwil, durften sie als erstes nocheinmal für einige Stunden auf die Wiese. Beide haben sich dort ausgiebig gewälzt und sofort das Gras gemapft.
Übrigens der Zoll, war diesmal kein Problem. In Rheinfelden wussten sie bescheid wie es geht. :-)

Mittwoch, 26. August 2009

Auch in Hamm gibt es Plastikkühe

Wir hatten hier aber die Gelegenheit Ronny und diesmal auch Mona langsam und mit Geduld an diese Plastikkuh heranzuführen und ihnen zu zeigen, dass dieses "Tier" keine Gefahr darstellt.
Nach zwei Stunden sind wir nochmals an dieser Kuh vorbei und es war für Ronny nicht mehr ganz so schlimm wie beim ersten mal.

Morgen geht`s nach Hause

Die drei Wochen in Hamm sind extrem schnell vorbei gewesen. Leider! Ferien sind doch einfach etwas schönes :-). Naja... morgen werden wir früh die Pferde verladen und dann geht es mit Sack und Pack Richtung Süden. Ich rechne mit einer reinen Fahrtzeit von mindestens 10 Std. Wir dürfen ja nur 80km/h fahren und es sind ca 850 km bis nach Hause. Es wird mit Pausen und hoffentlich keinem Stau bestimmt ein langer, anstrengender Tag werden.
Die zwei Pferdchen dürfen heute noch mal einen Tag lang richtig Weide geniessen. Sie haben die letzten 2 1/2 Wochen bei einem Arbeitskollegen von meinem Vater, welcher einen Bauernhof mit Kühen, Gänsen und zwei Ponies hat, gestanden. Die Weide ist sehr gross und hübsch mit Apfelbäumen und direkten Zugang zum Stall. Unsere zwei Pferde haben sich sehr wohl gefühlt, obwohl sie die Weide mit allen anderen Tieren teilen mussten. Aber es ging alles gut. Die zwei anderen Ponies waren von Anfang an kein Problem. Beim ersten Kennenlernen wurde von beiden Seiten einmal kurz der Tarif mit lauten Schnauben, Quiken und Ausschlagen durchgegeben und dann gabe es Frieden pur.





Donnerstag, 20. August 2009

Ein kleines Update

Urs und ich sind jetzt seit etwas mehr als einer Woche bei meinen Eltern. Meine Eltern haben sich natürlich sehr gefreut, dass wir so unerwartet früher bei ihnen erschienen sind. Im Moment geniessen wir alle sehr unser Zusammensein. Urs und ich sind nun häufiger Unterwegs im Münsterland und geniessen stundenlange Ausritte mit keiner Steigung ;-) und vielen schönen ausgebauten Reitwegen. Von daher hat sich der Abbruch schon "gelohnt".
Zum Thema Abbruch kann ich nur sagen, dass es uns allen gut geht. Die Gründe dafür, dass wir unsere Reise nach 2/3 der Strecke beendet haben waren vielseitig. Es kamen viele Kleinigkeiten zusammen, die die Reise erschwert hatten.
Wir hatten an unserem Ruhetag unser Zelt und andere Dinge zu meinen Eltern geschickt. Weil wir davon ausgegangen waren, dass wir nun viele Wanderreitstationen auf unserem Weg finden würden, bei denen wir gut übernachten könnten. Die Wanderreitstationen gabe es (wobei Urs und ich teilweise das Preis - Leistungsverhältnis sehr bedenklich fanden), aber wir hatten trotzdem grosse Mühe Unterkünfte zu finden. Entweder gabe es für uns Mensch keine Übernachtungsmöglichkeit (nicht mals schlafen im Stroh war möglich) oder für die Pferde nur grosse Wiesen (und diese waren nicht immer gut gepflegt). Eigentlich hätten wir für die Nacht Boxen gebraucht. Mona hat immer mehr auf Bremsen- bzw. Mückenstiche reagiert. So dass wir sie nicht auch noch Nachts dem Ungeziefer aussetzen wollten. Es reichte schon, dass sie tagsüber regelmässig von den Viechern ausgesaugt wurde. Am Montag nach dem letzten Ruhetag wollten wir weitergehen, aber Mona hatte die reinste "Buckelpiste" auf ihrem Körper und an den Fesseln hat sie sich die Stiche aufgekratzt. Grundsätzlich schien es ihr aber gut zu gehen. Die nächste Überlegung war, dass sie auch so stark auf die Stiche reagierte, weil sie Hafer zum Fressen bekam. Das gibt es wohl hinundwieder bei Pferden, dass er Hafer bestimmte Reaktionen auslösen kann. Und auf unserer Weiterreise hätten wir nicht gewusst, ob wir immer ein anderes Kraftfutter für sie bekommen hätten. Und ihr mal nichts zu geben, wäre auf die Dauer nicht sinnvoll gewesen.
Ja, und dann kamen noch meine Verletzungen von dem Sturz dazu. Schmerzen hatte ich nur am Unterarm, wenn man diesen berührte oder ich irgendwas anstiess. Unterwegs hätte ich vermutlich immer wieder schmerzenausrufe gemacht, weil Mona vermutlich mal wieder mich angestossen hätte, weil eine Stechfliege am Kopf sie störte. Mein Knie machte mir auch noch leicht zu schaffen. Vor allem nach Pausen waren die ersten Schritte immer sehr schmerzhaft.
Hinzu kam, dass der Sattel beim Reiten mit Gepäck einfach nicht zu gebrauchen kam. Urs wollte, da wir ja weniger Gepäck hatten, nun gerne reiten. Aber mit meinem Sattel war das nicht möglich. Er verrutschte ständig.
Mental waren wir ebenfalls k.o.. Die Menschen in der Pfalz haben einen speziellen Dialekt und waren kaum bereit ins Hochdeutsche zu wechseln zumindestens, wenn ich sie Ansprach. Am Ende hat Urs sie angesprochen, dann haben sie sprachlich verständlicher geantwortet. In Baden-Würtenberg wurden wir unterwegs immer wieder auf unser Vorhaben angsprochen. Das war für uns immer die Möglichkeit nach Unterkünften zu fragen, dass gab es in der Pfalz nicht mehr. Die Menschen schauten häufig sehr grimmig drein. Alles zusammen führte dazu, dass wir auch mental in eine Krise gerieten und zu dem Entschluss kamen, das Ganze abzubrechen und die Reise zu meinen Eltern anzutreten. Urs ist am Sonntag mit dem Zug nach Sisikon gefahren und hat dort unseren Jeep geholt, um dann in Schattdorf den Anhänger von einem Kollegen zu holen. Am Montag sind wir mittags abgefahren und haben nach 6 Stunden Hamm erreicht.

Freitag, 7. August 2009

kleiner Unfall

Jetzt habe ich im letzten Bericht geschrieben, dass unsere Pferde mittlerweile recht strassen- und geländetauglich sind und kaum sind wir 2 Tage unterwegs ist es passiert, dass es den ersten kleineren Unfall gab. Deswegen haben wir heute nochmals einen Ruhetag eingelegt.
Nun, gebe ich euch Bericht:
Wir waren gestern auf dem Weg von Silz nach Rodalben bzw. nach Horbach in der Pfalz. Es fing schon am Morgen damit an, dass Urs Ronny während des Laufens Heu in das Maul geschoben hat und Ronny es dankend angenommen hat, aber leider Urs seinen Zeigefinger voll erwischt hat. Es hat ziemlich geblutet. Beide haben sich sehr erschrocken. Nach kurzen innerlichen fluchen, von Urs seiner Seite her, konnten wir weitergehen. Wir sind dann im Verlaufe des Mittags in Hauenstein, einem etwas grösseren Dorf, angekommen und haben uns prompt verlaufen. Eigentlich wollten wir auf die Hauptstrasse Richtung Münchweiler. Naja, eine Passantin hat uns dann erklärt, wenn wir über die Seitenstrasse gehen würden, würden wir nach einer Weile direkt auf die Hauptstrasse kommen. Das wollten wir auch machen. Auf dieser Seitenstrasse wurden Rohre verlegt. Der Bürgersteig war aber frei. Auf der einen Seite war ein Gartenzaun auf der anderen Seite ein Bauzaun, nicht sehr hoch. Eigentlich kein Problem für unsere Pferde. Mit Mona bin ich vorgegangen. Bis zur Mitter der Baustelle bin ich gekommen, dann ist die Stute mit ihren Packtaschen an den Bauzaun angekommen und es hat einen kurzen Ruck und ein Geschepper gegeben und das Tier hat mich von hinten überrannt. Sie ist im vollen Galopp durch diese "Gasse" gedüst und ich lag erstmal flach auf dem Boden. Meine ersten Gedanken waren: hoffentlich springt sie nicht auf mich drauf" und "was macht Ronny?" Ich habe mich dann aufgerafft und bin der Stute hinterher gehumpelt. Urs hat Ronny festhalten können und hat laut nach Mona gerufen und unseren Begrüssungspfiff gepfiffen. Daraufhin blieb sie stehen und kam ganz aufgeregt zu uns zurückgetrabt. Dem Pferd ist nichts passiert. Sie hat ihr Wanderreithalfter zerissen, eine ihrer Packtaschen lag irgendwo im Strassengraben, ein Hufschuh war so verdreht an ihrem Hinterhuf fixiert, dass ich ihn nicht lösen konnte und den anderen Hufschuh hat Urs in einem Garten 3m vom Bürgersteig wiedergefunden. Die Hufschuhe waren nicht beschädigt.
Bei mir sah es da schon anders aus. Meine linke Körperseite vor allem Ellenbogengelenk und Kniegelenk haben schon sehr gelitten. Das Knie ist relativ schnell angeschwollen und hat einige blutige Stellen und der Arm hat gröbere Schüfwunden und wahrscheinlich im Gelenk eine Prellungen. Jede Berührung tut ziemlich weh. Die Bauarbeiter, die das Missgeschick gesehen haben, haben sich sofort um mich gekümmert und meine Wunden gereinigt. Urs hat in der Zwischenzeit unser Material zusammengesucht und das Halfter von Mona soweit es ging repariert. Wir sind an dem Tag noch ca. 20 km gelaufen. In Rodalben hat uns der Reiter von der Wanderreitstation in Horbach mit seinem Anhänger abgeholt und bei ihm Zuhause wurden wir von seiner Familie ganz herzilich aufgenommen und ich nochmals verarztet.

Dienstag, 4. August 2009

neue Erzählungen

12. Tag
Den Pferden hat der Tag Pause gut getan. Sie laufen wieder motiviert los. Mona wäre zwar noch gerne etwas länger geblieben. Sie wiehert jedem Pferd, welches sie auf dem Weg sieht hinterher. Wir wollten hinter dem Hof eigentlich wieder auf den Westweg treffen, hatten aber doch so einige Probleme diesen zu finden. Da Urs und ich manchmal unterschiedliche Lösungsstrategien haben, führte dies zu einer etwas kräftigeren Auseinandersetzung. Es herrschte danach erstma für etwas mehr als 1 Stunde Funkstille. Das tat uns allen aber auch mal gut. :-).
Auf dem Weg nach St. Märgen haben wir irgendwann mal einen etwas "durchgeknallten" Engländer getroffen. Er war seit 4 Monaten in Deutschland um Deutsch zu lerenen und dann mal in nächster Zeit einen Job hier anzufangen. Er wäre sehr offen für alles und würde auch Müll aufsammeln gehen. Wenn man ihm dieses auch entsprechend bezahlen würde. Er könnte sich auch vorstellen ein Projekt in dieser Richtung aufzubauen. Von Wirtschaftskrise schien der Mann scheinbar noch nichts gehört zu haben. Urs und ich haben uns jedenfalls köstlich amüsiert.
In St. Märgen sind wir auf einen Hof untergekommen, der ansich sehr schön war, nur hatte Urs ein grosses Problem, dass der Stall nachts abgeschlossen wurde und wir keinen Zutritt hatten. Er ist wie ein nervöser Hahn durch das Zimmer gelaufen und hat immer wieder geschimpft. Ich war zu müde um darauf reagieren zu können.
13. Tag
Der Weg nach Schwarzbachbach war ungefähr so: bergle uff - bergle ab. Wir sind durch schöne Bauerntäler gelaufen und haben es einfach genossen zu schauen. In einem kleinen Ort wurden wir von 3 Kindern entdeckt, die uns eine zeitlang mit dem Fahrrad begleiteten. Das eine Mädchen meinte, sie könnte schon mit uns mitfahren. Da Samstag sei bräuchten sie erst um 21 Uhr ins Bett. Es war gerade 13.30 Uhr. Und sie sind uns Gottseidank nicht so weit gefolgt. Sonst hätte ich das Gefühl gehabt ich wäre der Rattenfänger von Hameln (im übertragenden Sinne)
14. Tag
Heute haben wir unterwegs sehr viele Senioren getroffen. Urs hat ihnen immer wieder die gleiche Geschichte von unserer Hochzeitsreise erzählt. Sie hatten immer wieder die grösste Freude an dieser Geschichte und haben uns immer alles Gute gewünscht. Mich hat es ja irgendwann mal etwas genervt, weil wir nicht wirklich vorwärts kamen.
Heute viel mir mal wieder auf, dass es im Schwarzwald sehr viele Heidelbeersträucher mit reifen Früchten und Himbeersträucher gab. Und keiner hat sie geflückt.
Wir hatten an diesem Tag das erste mal eine heikle Stelle die wir überwinden mussten. Ein dicker Baumstamm hat an einem steilen Abhang den Weg versperrt. Mit etwas sägen und geschicktes drumherum manöverieren haben wir es geschafft, dass wir weiterlaufen konnten. Die Pferde haben es ganz cool genommen.
15. Tag
Die letzte Nacht haben wir auf einem Pferdehof übernachtet. Uns Menschen hat es sehr gut gefallen. Die Tiere konnten auf einem begrasten Padock übernachten. Sie waren nicht so begeistert. Dementsprechend haben sie auch gewütet. Den Heuballen haben sie dermassen auseinandergenommen, dass er überall verteilt war und überall waren Pferdeäpfel drauf verteilt. Die Sträucher rundherum haben sie auch traktiert. Ich habe mich ja ein kleinwenig geschämt. Der Weg ansich war heute anstrengend wir mussten ca. 3/4 Std. bergauf bei enormer Hitze und prallen Sonnenschein laufen. Dank morgendlicher Müsliration haben die Pferde die Strecke recht spritzig gemeistert. Bis wir einen Brunnen erreichten, den sie ziemlich leergesoffen haben, so dass es eine viertel Stunde dauerte bis dieser wieder voll war.
16. Tag
Es war heute ein frustrierender TAg. Es ging einfach nicht vorwärts. Zwischenziel war das Hotel Alexanderschanze. Aber irgendwie kam die einfach nicht näher. Um 10 Uhr sind wir losgegangen und um 17 Uhr waren wir dann mal da. Angeblich sollte die Strecke nur 17.5 km lang sein. Als wir an dieser dämlichen Alexanderschanze angekommen sind, mussten wir feststellen, dass dieses Hotel so etwas von heruntergekommen und verfallen war, dass beschlossen weiter zu gehen. Nur leider gab es auf den nächsten 15 km keine weitere Übernachtungsgelegenheit mit zwei Pferden. Auf der Passhöhe Zuflucht stand zwar eine riesige Jugendherberge - aber geschlossen. Weiter wollten wir nicht mehr - es war zwischenzeitlich schon 19 Uhr. Also haben wir beschlossen, wild zu campieren. Die Pferde wurden zwischen Bäumen eingezäunt und wir haben unser Zelt an einer wunderschönen geschützen Stelle aufgebaut. Zwei Hobbymodelflieger haben Urs schnell zum nächsten Brunnen gefahren, damit wir und die Pferde Wasser hatten.
17. Tag
Wir sind an diesem Morgen früh fertig geworden und konnten zügig loslaufen. Diesmal ging es gut voran. die ersten 12 km haben wir in etwas weniger als 3 Stunden geschafft. Dann gab es für uns alle erstmal eine einstündige Mittagspause. Danach ging es frohen Gemütes auf einem Höhenweg mit wunderschönen Aussichtspunkten bis zum Mummelsee weiter. Von dort sind wir herunter auf Seebach und haben dort eine schöne Unterkunft auf einem Ferienhof gefunden. Wir haben einen sehr lustigen Abend mit anderen Feriengästen verbracht.
18. Tag
Wir kommen erst sehr spät vom Gasthof weg. Mona hat ein wundes Ohr. Ich beobachte es den TAg über und stelle fest, dass es ihr etwas zu schaffen macht. Sie schüttel viel den Kopf und lässt sich von mir dankend hinter dem Ohr rubbeln. Unterwegs sind wir mal wieder im Lidl einkaufen gegangen. Es hat sich so ergeben, dass dies unser Stammladen geworden ist. Sie haben grosse Parkplätze an denen man gut die Pferde anbinden kann. Wir haben irgendwann mal den Tipp bekommen, dass es in Achern einen Reitverein gibt, bei dem man die Pferde für eine Nacht unterstellen könnte. Dort sind wir hingelaufen. Wir wurden auch freundlich empfangen und man stellte uns eine Wiese zu Verfügung obwohl ich nach Boxen gefragt hatte. Die Wiese war ziemlich abgefressen und von den dämlichen Kribbelmücken wimmelte es nur so. Ich bin nochmal zu der entsprechenden Person gegangen und habe gesagt, dass ich meine Pferde nicht auf diese Wiese stelle, die werden nur verstochen. Daraufhin durften Urs und ich zwei Boxen in einem kleinen Verschlag ausräumen und einstreuen. Ronny fand seine Box nicht so übel - Mona wirkte mit ihrem "Schlappohr" etwas unglücklich. Urs und ich konnten in einem schon aufgestellten Feldzelt übernachten. Grundsätzlich haben Urs und ich uns nicht wohlgefühlt dort. Es wirkte alles so elitär und keiner wollte sich wirklich mit uns unterhalten. An den Boxen der anderen Pferde stand immer wieder "vorsichtig bissig" oder "es ist verboten hier ein anderes Pferd anzubinden".
19. Tag
Am morgen haben wir nochmals Mona ihr Ohr inspiziert und mussten sagen, dass es nicht gut aussah. Wir haben einen Tierarzt kommen lassen. Dieser war sehr freundlich und hat uns eine Salbe und einen Mückenstick dagelassen und gleichzeitig unsere nächste Übernachtungsmöglichkeit vorgeschlagen. Und am Ende unsere Pferde gelobt, dass sie so Nervenstark seien. Sie haben sich nämlich nicht gerührt, als Bundeswehrangehörige ein weiteres Feldzelt direkt neben ihnen aufgebaut haben.
Der Weg führte uns heute über viele Feldwege im Zickzack nach Rheinhausen. Dort haben wir Menschen getroffen, die gerade Haflinger von der Weide geholt haben und uns spontan angeboten haben bei ihnen zu übernachten. Wir haben das Angebot angenommen.Als wir so von unseren heutigen Problemen berichtet haben, haben wir spontan zwei Ohrenkappen (wir nennen sie Zipfelmützen) für die Pferde bekommen. Die Pferde sind sehr gut verpflegt worden. Man hat sogar die Plastiklamellen von der Boxentür entfernt, damit die Tiere aus der Box schauen können.
20. Tag
Unsere Pferde waren morgens friedlich und erholt. Das Wetter war schon am morgen schön und heiss. Und es sollte im Verlaufe des TAges ca. 32 Grad warm werden. Wir haben uns auf den Weg zum Rhein gemacht und wurden in Greffern spontan von einem Ehepaar zu einem Getränk eingeladen. Die Pferde haben aus Nachbarsgarten jeder einen Apfel bekommen. (Aussage der Frau: "Ingried ist gerade in den Ferien - da hängen die Äpfel eh nur so herum.") Danach ging es dann endlich auf den Rheindamm - 15km lang. Es war brütend heiss. Die Pferde wollten aber kein Wasser aus dem Rhein trinken. Er war ihnen wohl zu dreckig. Irgendwann kamen wir in Iffezheim an der Staustufe an. Urs und ich mussten Lagebesprechung machen. Mona ging es körperlich nicht so gut. Sie bekam schwer Luft. Wir entschlossen uns nach einigen Überlegungen zur Tierklinik Iffezheim zu gehen. Dort wollten wir die Nacht vorher schon übernachten und sie wurde uns vom Tierarzt empfohlen. Mona ging es zwischenzeitlich wieder sehr gut. Und in der Tierklinik haben sie zwei noble Boxen bekommen und wurden gut verpflegt. Der Futtermeister dort hat uns dann nochmals unterstützt den Pferden ruhig am Tag 2 kg Hafer oder Kraftfutter zu geben. Wir selber durften uns noch die Pferdeklinik und deren Patienten anschauen. Es war sehr interessant. Und obwohl es traurige Umstände waren, dass die verletzten Pferde dort stehen, war es eine ganz friedliche Stimmung dort.
21. Tag
Das Wetter war an dem Tag regnerisch und frisch. Eine wahre Wohltat im Vergleich zum Vortag. Beim Putzen im Stall konnten Urs und ich Radio hören. Wir haben es extrem genossen. Nach 45 Min. laufen haben wir die französische Grenze überschritten und sind erstmal prompt auf den falschen DAmm gelaufen, so dass wir nach 2,5 km in eine Sackgasse gelaufen sind und alles wieder zurück mussten. Ich war verrückt auf alle Angler an denen wir vorbei gelaufen sind und die uns nicht gesagt haben, dass es eine Sackgasse ist. Auf dem richtigen Weg angekommen konnten wir zügig vorangehen. Unterwegs haben wir zwei ältere Herren getroffen, die ganz begeistert von unserer Reise waren und uns spontan zu einem Mittagessen eingeladen haben.
22. Tag
Der Übernachtungshof der letzten Nacht war vom Preisleistungsverhältnis her eine Katastrophe. Aber gut man bleibt ja nur eine Nacht. Der Hof selber war das reinste Chaos. Und das mit 200 Pferden. Ich weiss nicht was ich davon halten sollte.
Der Weg war heute sehr langweilig eigentlich immer nur gerade aus Richtung norden. Die Landschaft hat sich gerade mal zwei mal verändert. Erst war alles von Agrarwirtschaft gekennzeichnet und danach sind wir 7,5 km einfach nur gerade durch einen Wald gelaufen und danach sind wir durch Dörfer gelaufen. Die einzige regelmässige Abwechslung waren nur die saublöden Bremen und Mücken.
Wir haben unterwegs noch eine Familie getroffen, die ebenfalls vor mehreren Jahren einen Hochzeitswanderritt an den Bodensee gemacht hat. Sie haben sich mittlerweile einen kleinen Stall mit Halle, Boxen, Wiesen und eigenem Haus und natürlich mehreren Pferden aufgebaut. Es war ein schöner Stall.
23. Tag.
Heute ist Ruhetag in Oberottenbach und in Bad Bergzabern.

Donnerstag, 23. Juli 2009

kleine und grössere Erlebnisse

Ich führe Tagebuch. Sonst wäre ich nicht in der Lage, alle Erinnerungen zu speichern. Wir erleben so vieles Aufregendes und Spektakuläres, dass zusammen mit der Anstrengung des Reitens bzw. des Laufens es mir nicht möglich ist alles zu behalten.
Ich gebe euch nun für jeden einzelnen Tag eine kleine Zusammenfassung.
1. Tag
In Schattdorf sind wir recht spät gestartet. Wir haben noch die Boxen gereinigt und die letzten Kleinigkeiten aufgeräumt. Um 11.10 Uhr sind wir Richtung Axenstrasse gelaufen. Das Urner Wochenblatt hat noch ein Interview mit uns gemacht und Fotos gab es natürlich auch noch. Die Axenstrasse klappte mit den Pferden erstaunlich gut. Ab Sisikon verbesserte sich das Wetter so sehr, dass wir besonders die Pferde mit den doofen Bremen zu kämpfen hatten. Die Hitze setzte uns enorm zu. So das wir erschöpft bei einem Bauern ankamen und dort auf der Wiese unser Zelt aufschlagen konnten. Den Pferden mussten wir die Regendecken auflegen, da die Bremen sie weiterhin gestochen haben und sie ganz wild die Wiese rauf und runter getrabt sind. Danach ging es deutlich besser. In der Nacht setzte der Fön ein und wir hatten einen letztes typisches Urner Abschiedsgeschenk.
2.Tag
Ich hatte am nächsten Morgen mit meinem Magen und mit Müdigkeit zu kämpfen. Vermutlich einen leichten Sonnenstich vom Vortag. Wir waren schon früh fertig, haben aber noch eine grössere Gewitterfront, die von Brunnen her aufkam abgewartet und sind dann nach 1 1/2 Stunden losgelaufen. Das Wetter war bis zum Mittag angenehm. Danach setzte sich die Sonne durch und wir hatten wieder die Bremen am Hals. Mittlerweile haben wir festgestellt, dass Antibrum aus der Apotheke bei Mensch und Tier ware Wunder bewirkt. Zwischen Brunnen und Schwyz ist Ronny sein Wanderhalfter kaputt gegangen, da Ronny sich immer überall kratzen wollte. In Schwyz bei der Schaukäserei war eine Frau so nett und hat uns ein gebrauchtes Halfter geschenkt. Wir waren sehr dankbar dafür. In Lauerz kamen wir in einem Rinderstall unter. Wir Menschen haben quasi neben den Pferden geschlafen, was ich am nächsten Morgen sehr deutlich zu spüren bekam. Als der Wecker um 4.30 Uhr schellte hat Ronny sich über das Gatter gebeugt und an meinem Schlafsack gezerrt. So das ich aufstehen musste. Ein Schlingel sage ich dazu.
3.Tag
Morgens sind wir früh gestartet und in eine Regenfront gelaufen. Bis Arth sind wir trocken angekommen und konnten uns dann in einer manuellen Autowaschanlage unterstellen. Dort haben wir ca. 1 1/2 Std. gewartet. Eine Frau hat uns dort gesehen und ist mit uns ins Gespräch gekommen. Als sie abfuhr kam sie nach 20 Min. wieder und hat uns eine Tüte mit Mailänderguetzlis als Reisegeschenk gebracht. Das fanden wir sehr rührend. Zwischen Risch und Rotkreuz hatten wir dann noch ein mittleres Eseldrama. Wir sind ländlich unterwegs gewesen und wurden an einem Bauerhof von einer grossen Eselsherde überrascht. Ronny hat das völlig aus der Fassung gebracht. Er hat totale Panik gehabt und wollte durchbrennen. Urs konnte ihn aber gottseidank halten und beruhigen.Seine Hufschuhe haben bei dieser Aktion etwas gelitten. Mona fand das Ganze nur halb so interessant. Sie hat die Gelegenheit genutzt erstmal Gras zu fressen. Wie sie eben so ist. In Rotkreuz sind wir auf einem Reitsportanlage unterkommen. Wir wurden dort sehr herzlich aufgenommen. Die Pferde hatten jeder seine eigene Box mit Stroh und Heu.
4. Tag
Heute hatten wir mal keine Probleme mit den Hufschuhen. Sie sind die letzten Tage immer mal wieder verrutscht. Wir sind an dem heutigen Tag durch den Aargau gelaufen und mehrheitlich dem Freiämterweg gelaufen. Es war wunderschön. Die Bremen haben uns natürlich weiterhin das Leben schwer gemacht. Im Oberschongau war kein Platz mehr im Stroh, so sind wir wieder im Rinderstall untergekommen. Diesmal hatten wir wieder die Gelegenheit die Dusche zu benutzen und unsere Wäsche von Hand zu waschen. Die Pferde konnten am Abend nochmals für 1 1/2 Std. auf die Wiese.
5. Tag
Dieser Tag war bisher unser speziellster Tag auf dieser Reise. Wir sind morgens bei strömendem Regen gestartet. Die Pferde sind trotzdem gut mitgelaufen. Zwischendurch gab es wie immer eine längere Pause in der die Pferde grasen durften und dann ging es weiter Richtung Hilfikon - Villmergen gelaufen. Gegen 13. Uhr haben wir wieder eine längere Mittagspause gemacht. Die Pferde konnten auf einer grossen Waldkreuzung grasen. Sie sind sehr gierig und suchen überall den Rand ab. Dabei entfernen sie sich von uns. Irgendwann will ich sie wieder zurückholen. Da hatte aber Ronny keine Lust drauf und ist losgelaufen. Je schneller ich lief, desto schneller wurde er und plötzlich waren beide Pferde im Trab und Urs und ich sind hinterher. Irgendwann mussten wir sagen, dass geht nicht mehr gut. Wir haben sie aus den Augen verloren. Also haben wir uns kurz besprochen. Urs folgte den Hufschuhspuren und ich bin zurück an die Waldkreuzung und habe Regencape unter die Bank versteckt und mein Handy geholt und die Kantonspolizei angerufen. Urs hat mir in der Zwischenzeit angerufen und mir mitgeteilt, dass die Pferde Richtung Hilfikon zurücklaufen und das er vermutet, dass sie wieder auf eine der Wiesen sein werden. Wir wollten uns dort treffen. Also habe ich dies der Kantonspolizei gesagt und bin zu der Wiese gelaufen. Aaber leider waren sie da nicht. Danach habe ich die Info von Urs erhalten, dass sie auf der anderen Seite des Hügels am Wasserreservoir in Seengen am grasen seien. Sie wurden dort von einem Bauern gesichtet. Also habe ich mich auf dem Weg dorthin gemacht. Zwischenzeitlich habe ich die Pfeile gesehen, die Urs für mich gemacht hat, damit ich wusste wo er hin gelaufen ist. Auf den Weg nach Seengen kam mir dann eine Streifenwagen entgegen, der mich zum Wasserreservoir mitgenommen hatte. Urs und ich hatten danach genug vom Wandern und sind dann ganz herzlich von Familie Kunz auf einem Bauernhof aufgenommen wurden. Wir haben dort im Stroh geschlafen und die Pferde konnten im Rinderstall ausruhen.
6. Tag
Der Tag war am morgen noch verregnet. Aber ab Mittag wurde das Wetter gut. Und es gab eigentlich nicht besonderes. Bei Möriken mussten wir auf dem Bürgersteig laufen und sind an einem Vorgarten mit einem Messingsteinbock vorbeigelaufen. Ronny hat sich wieder einmal erschrocken und hat einen riesen grossen Sprung auf die Hauptstrasse gemacht. Und wiedereinmal seine hinteren Hufschuhe im hohen Bogen verloren. Wir sind gespannt wie lange sie noch halten. Bei Au sind wir wieder bei einem Bauern untergekommen, der zwei Pferdeboxen hatte. Abends konnten die Pferde auf eine riesige Weide. Mona hat es fertig gebracht sich ihr Halfter vom Kopf zu ziehen, ohne dass es geöffnet war. Ich musste es leider suchen. Habe es aber schnell gefunden. Abends wollten wir in dem kleinen Ort etwas essen gehen. Und sind dann aber statt in einem Restaurant in einem Alterspflegehotel und wurden dort spontan zu überbackenen Käsebrötchen eingeladen. Als Gegenleistung haben wir den Senioren dort unsere Geschichte erzählt und uns einfach mit ihnen unterhalten. Es war ein schöner Abend. Urs und ich haben über den Pferden im Stroh geschlafen.
7. Tag
Mona lief anfangs nicht schön. Sie blieb immer wieder stehen. Bis Urs dann die Idee kam, dass er am Morgen vielleicht den Sattel zu fest angegurtet haben könnte. Wir haben ihn gelockert und siehe da, das Pferdchen lief wieder wie am Schnürrchen. Der Weg verlief lange Zeit am Fricktaler Höhenweg. Der Weg ist sehr zu empfehlen und angenehm zu laufen. Bei den Sennhütten haben wir eingekehrt und wurden mit heimischen Spezialitäten verwöhnt. Den Pferden haben wir etwas Haferflocken gegeben. In Laufenburg sind wir bei einem Bauern untergekommen, der Freiberger züchtet. Unsere Pferde haben die Nacht zwischen zwei Hengsten und einem Jährling verbracht. Die Hengste sind völlig aufgeregt über ihre neuen Nachbarn gewesen und kamen lange Zeit nicht mehr zur Ruhe. Unsere zwei Pferde hat das nicht sonderlich interessiert. Sie waren mehr mit Heu und Stroh fressen beschäftigt. Nichtmals Ronny hat gegiftet. Wir waren stolz auf die zwei.
8. Tag
Heute morgen ging es über die Grenze. Das war eine Aufrgegung. Die Zollbeamten hatten nicht wirklich viel Ahnung und meinten es bräuchte andere Papier als nur das Gesundheitszeugnis vom Kantonstierarzt und man müsse Export- und / oder Importgebüren bezahlen. Ich habe das Ganze immer wieder verneint. Der Zollbeamte hat aber netterweise herumtelefoniert und dann meine Aussagen bestätigt. Danach musste ich noch zum schweizer Zoll und mir einen Freipass holen. Wofür der auch immer noch sein soll. Es war mir auch ziemlich egal. Übrigens nach Urs seinem und meinem Ausweis hat keiner gefragt. Danach ging es dann weiter nach Herrischried. Auf dem ganzen Weg dorthin haben wir keinen richtigen bewirtschafteten Bauernhof gesehen. Wir hatten schon leichte Panik. Wo sollten wir unterkommen. Irgendwann in Herrischried hat Mona keinen weiteren Schritt gemacht. Keine Chance mehr. Per Zufall standen wir da vor dem Eingang eines "senioren Campingplatzes". Urs und ich haben ihn erst gar nicht als solchen erkannt. Wir wurden aber dort auch sehr herzlich aufgenommen und haben von der Pächterin sehr viel Hilfe erfahren. Sie hat mich durch das Dorf gefahren nur damit ich einen Ballen Heu für unsere Pferde bekommen konnte. Urs und ich waren sehr dankbar. Die Pferde durften auf einer Wiese welche wir eingezäunt hatten übernachten. Urs und ich haben im Zelt genächtigt.
9. Tag
Das war bis jetzt unser anstrengenster Tag. Der Weg war lang und der letzte Abschnitt zur Hütte hatten wir nochmals auf 4 km 400 Höhenmeter zu überwinden. Morgens sind wir um 9.45 Uhr gestartet und angekommen sind wir um 19 Uhr. Den ganzen Weg über sind wir durch den Schwarzwald gelaufen. Es war wunderschön. Die Wege sind breit und die Wanderwegbeschilderung ist übersichtlich. Wir kommen gut mit einer grossen Wanderkarte aus. Es reicht, wenn man die nächsten Orte weiss. In der Hütte hatten wir ein Doppelzimmer für uns. Das erstemal seit neun Tagen wieder eine Matratze unter dem Rücken. Es tat unendlich gut. Die Pferde konnten auf einer riesigen Koppel übernachten. Das Gras wurde dankbar angenommen.
10. Tag
In der Nacht hat es stark gewindet und als wir die Pferde von der Wiese geholt haben wirkten sie müde. Beim Putzen haben sie gedöst und als wir loslaufen wollten sind sie ständig stehen geblieben. Da Ronny die letzen Tage sehr gleichmässig gelaufen ist und seinen Laufrhythmus gefunden hat, haben wir aus dem Verhalten geschlossen, dass die Pferde müde sind und einen Tag Pause brauchen. Wir hatten geplant, am Titisee einen Tag Pause zu machen. An diesem Tag haben wir sehr viele Wanderer getroffen. Wir wurden immer wieder auf unser Vorhaben angesprochen und alle haben uns bewundert und uns viel Erfolg gewünscht. Es war ebenfalls ein langer Tag mit vielen Pausen. Auf dem letzten Abschnitt haben wir viele schöne Schwarzwälder Füchse (Pferderasse) gesehen. Mona ist bei deren Anblick völlig irritiert gewesen. Sie hat die letzte Stunde unserer Wanderung ständig gewiehert und wollte immer wieder zu diesen Pferden hin.
Auf dem Weberhof habe sie jeder eine wunderschöne Boxe mit Fenster bekommen. Ronny hat etwas gefressen und hat danach sofort eine entspannte Stellung eingenommen und gedöst. Mona hat als Entspannung erstmal die halbe Boxe vom Stoh leer gefressen und dann das Heu vertilgt. Es sollte eigentlich 12 Std. reichen. Mona hat es in 3 Stunden verputzt. Sie wirkte jedenfalls zufrieden. Urs und ich sind abends in einem Restaurant essen gegangen. (Diesmal war es kein Altenpensionshotel) und haben dort Rindersteak gegessen. Wir hatten beide richtig hunger auf Fleisch. Urs sein T-Bone-Steak wog 450 gr. Es war ein riesen Teil auf seinem Teller. Urs hat jedenfalls seins und einen Teil von meinem noch gegessen. (hat gewisse Ähnlichkeiten mit Mona, oder? :-) )
12. Tag
Heute ist für Pferd und Reiter Ruhetag. Die Pferde geniessen die Weide und Urs und ich sind am Titisee und geniessen es nichts zu tun und einfach zu sein.











Grundsätzlich geht es uns allen gut. Wir geniessen diese Art des Reisens sehr.

Donnerstag, 1. Januar 2009

Videos von Mona

In den Videos könnt ihr mal Mona live erleben. Sie soll einen Teppich aufrollen. Dies geschieht indem wir kleine Maiswürfel in den Teppich versteckt haben. Mona ist gar nicht zufrieden damit, dass der Teppich auf dem Platz liegt, und wenn die Futtergier nicht siegen würde, würde sie ca. 10 Meter Abstand halten. Aber eben typisch Haflinger für Futter macht man alles. :-) Man beachte auf dem ersten Video das verächtliche Schnauben. Es hört sich an wie ein Gegrunze.